Kurzbio
Judith Raith (auch J. Praßl), geb. 1979 in Öberösterreich, Autorin und freischaffende Künstlerin/ Studium der Philosophie als Wissenschaft, lebt und arbeitet in Graz
PUBLIKATIONEN
7 Romane der Chroniken von Chaos und Ordnung-Reihe in Zusammenarbeit mit Heinz Praßl, Acabus- u. Lindwurmverlag der Bedey & Thoms-Media (seit 2013)
Kurzprosa in verschiedenen Anthologien und auf literarischen Lese-Plattformen, u. A. auf der storyapp.de des Münchner Kurzgeschichtenwettbewerbs 2019, in der Literatur- und Kunstzeitschrift Lichtungen 2024 und in der Krimi-Anthologie des Fine Crime Festivals New Crimes 2025
AUZEICHNUNGEN U. A.
Platz 2 und 3 beim Deutschen Phantastikpreis und Gewinnerin des Social Samual-Awards gemeinsam mit Heinz Praßl; In der Endausscheidung des Münchner Kurzgeschichtenwettbewerbs; Jurorin für den Kurzgeschichtenwettbewerb am Bilrothgymnasium 2024; Mitbegründerin und Organisatorin der Grazer Fantasynacht
Wer ist Judith?
Ich war ein schüchternes Kind. Ich habe gelernt zu schreiben, weil ich im Reden nicht gut war. Das, was ich dachte, stimmte nicht mit dem überein, was ich sagte. An den meisten Tagen herrschte ein solches Chaos in meinem Kopf, dass ich kaum einen verständlichen Satz über die Lippen brachte. Eine Art Tohuwabohu, welches man unmöglich in eine gesprächstaugliche Form bringen kann.
Das, was ich dachte, konnte ich für andere nicht begreifbar machen. Also schwieg ich. Wer will schon reden, wenn das, was sich aus ihm rausquält, nichts mit dem zu tun hat, was sich in seinem Hirn und Herzen abspielt. Was ich dachte, oder fühlte war immer zu groß, zu viel, zu kompliziert. Es war seiner Natur nach im Grunde unbegreiflich, kurz, begrifflos.
Ich besaß ein Tagebuch. Das schluckte, was ich ihm gab. Es unterbrach mich nicht, es wollte keine klaren Worte, es nahm, was es bekam. Aus einem wurden viele Tagebücher. Aus meinen Gedanken wurden Worte, Sätze, Bilder, die ich "an leere Wände malte". Meine erste Lyrik entstand.
Ich wollte nichts Besonderes wissen. Ich wollte nichts Besonderes leisten. Ich wollte nur Dinge erfahren, mit denen ich arbeiten, etwas Eigenes schaffen kann. Ich wollte nur Inhalte und Fähigkeiten lernen, die mir dabei halfen, zum Ausdruck zu bringen, was aus mir hinausdrängte. Oder anders, ich wollte immer nur mich selbst zum Ausdruck bringen.
Ich bin voll und möchte, muss etwas davon abgeben - als Geschichte, Gedicht, Essay ... und manchmal auch als Bild. Damit wieder Ordnung in mir herrscht.
In meinen Texten finden Sie mich. Vielleicht finden Sie auch etwas über sich selbst. Ich hole Sie aus dem Alltag, lasse Sie in die Welt fallen. Und möglicherweise fällt die Welt auch in Sie. So wie es mir manchmal geht.
Ich bin Schriftstellerin & freischaffend.
Ich bin Judith.